Digitalisierung in Sendenhorst und Albersloh

Fragen an den Bürgermeisterkandidaten Markus Hartmann

19.06.2020 | Sendenhorst und Albersloh
Die CDU in Sendenhorst und Albersloh setzt sich für den flächendeckenden Glasfasernetzausbau in Sendenhorst ein.
Die CDU in Sendenhorst und Albersloh setzt sich für den flächendeckenden Glasfasernetzausbau in Sendenhorst ein.

       1. Welche Bedeutung hat aus Ihrer Sicht der Glasfaserausbau für Unternehmen und Privathaushalte in Sendenhorst?

mha: Wir in Sendenhorst brauchen – flächendeckend – die Glasfaser. Der Glasfaseranschluss stellt für alle Unternehmen in Sendenhorst und Albersloh ein absolutes Muss dar. Schon vor der Corona-Krise waren die Datenmengen - die Unternehmen tagtäglich versenden und erhalten - enorm hoch. Der Anschluss an eine gute Netzinfrastruktur ist inzwischen für eine Stadt kein Standortvorteil mehr, sondern eine zwingende Voraussetzung.
In Albersloh sind die Unternehmen und Gewerbetreibenden an das dortige Glasfasernetz bereits angeschlossen. In Sendenhorst sind dies bislang nur eine Handvoll Unternehmen, die den Anschluss auch auf eigene Kosten erstellt haben.
Auch für die Privathaushalte hat die Corona-Krise gezeigt, dass ein Glasfaseranschluss notwendig ist. Die Corona-Krise hält uns gerade den Spiegel vor und was wir dort sehen, hatten wir vielleicht nicht unbedingt so erwartet …
Viele von uns arbeiten von zu Hause, im sogenannten Home-Office, die Schulen organisieren sich online, Streamingdienste wie Netflix haben einen extremen Zulauf wie noch nie und das WLAN zu Hause macht häufiger schlapp … ich sage es deshalb nochmal:

Wir in Sendenhorst brauchen – flächendeckend – die Glasfaser.


2. Halten sie die weitere Digitalisierung des Unterrichts an den städtischen Schulen für sinnvoll?

mha: Ja, das ist in jedem Fall sinnvoll. Seit diesem Schuljahr ist unserer, mittlerer Sohn in einer sogenannten Tablet-Klasse. Das bedeutet, dass ein größer werdender Anteil des Unterrichts digital stattfindet. Die Umstellung der Klasse zu Beginn der Corona-Krise auf „Homeschooling“ war somit deutlich einfacher als bei unseren anderen beiden Kindern, die in konventionellen Klassen unterrichtet werden.

Um eine Klasse auf den digitalen Unterricht umzustellen, ist grundsätzlich auf allen Seiten eine gute und umfangreiche Vorbereitungszeit notwendig. Die Lehrer der Tablet-Klassen hatten sich bereits über Monate im Detail vorbereitet, d.h. so wurden zum Beispiel entsprechende Apps (Bettermarks, Flora Incognita, Quizlet, …) zur Unterrichtsunterstützung auf Herz- und Nieren geprüft. Auch auf der technischen Seite waren viele Einzelheiten zu prüfen und zu planen, so wurden die Tabletts von verschiedenen Herstellern auf deren Nutzbarkeit für den Unterricht ausgewählt.


3. Was wollen Sie als Bürgermeister leisten, damit diese Art des Unterrichts entscheidend vorankommt?


mha: Investitionen in den Bereich „Schule und Bildung“ haben für mich die höchste Priorität, da unsere Kinder und unsere Jugend für uns die Zukunft darstellen. Für den Bereich „Schule und Bildung“ werde ich mich persönlich einsetzen.

Das Wichtigste aus meiner Sicht ist, dass alle beteiligten Seiten in den Prozess der Digitalisierung gehört und mit einbezogen werden und dass alle das gleiche Ziel vor Augen haben. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist hier essenziell. Neben der Schulleitung und der Lehrerschaft, sind Schüler, Eltern, der IT-Bereich aus der Schulverwaltung, aber auch weitere Personen zu integrieren, damit dieses sehr wichtige „Projekt“ auch zum Erfolg wird. Die Verantwortung für das pädagogische Konzept liegt in der Schule, Entscheidungen zu Fragen der Ausstattung der Schule und zur Infrastruktur liegen hingegen beim Schulträger. Als Bürgermeister werde ich mich für eine gute Projektkoordination einsetzen.

4. Können Online-Lerninhalte, wie in der Corona-Krise notwendig, die Präsenzzeit in den Schulen verkürzen?

mha: Das ist eine gute Frage, die aus meiner Sicht noch nicht abschließend beurteilt werden kann. Der Leiter der St. Martin Realschule, Herr Wilpert, hatte bereits in der letzten Schulausschuss-Sitzung angeregt, dass man sich nach der Corona-Krise die Zeit nehmen sollte, um über die gesammelten Erfahrungen zu sprechen und daraus die entsprechenden Schlüsse ziehen sollte. Diese Idee halte ich für sehr sinnvoll, auch ein intensiver Austausch mit Schulen aus benachbarten Orten halte ich für richtig.

5. Werden Sie als Bürgermeister Mitarbeitern der Stadtverwaltung auch nach Corona das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen?    

mha: Während der Corona-Krise haben vielen Menschen von zu Hause arbeiten können und zum Teil auch müssen. Das hat zum Teil die Situation um die Betreuung der Kinder etwas erleichtert, aber auch auf der anderen Seite die weitere Ausbreitung des Covid19-Virus eingedämmt.
Schon vor der Krise war bereits ein Trend zu beobachten, dass Mitarbeiter und Unternehmen gemeinsam das Thema Homeoffice diskutiert haben und hier auch gute Lösungen gefunden haben.

Ich finde, dass das Angebot „Homeoffice“ an die Mitarbeiter grundsätzlich gut ist, wobei ich aktuell noch keinen Überblick habe, wie die Ausstattung hierzu bei den Mitarbeitern in der Verwaltung der Stadt Sendenhorst aussieht und wie viele Mitarbeiter parallel überhaupt von zu Hause arbeiten können.
Trotzdem halte ich Präsenzzeiten im Büro für unverzichtbar. Der Anspruch der Menschen in Albersloh und Sendenhorst ist, dass jeder auch das persönliche Gespräch im Rathaus mit den jeweiligen Verwaltungsmitarbeitern führt.
Des Weiteren ist ein regelmäßiger und persönlicher Kontakt zwischen den Verwaltungsmitarbeitern auch sehr wichtig, um weiterhin Zugang zu Informationen zu haben, die nicht unbedingt digital ausgetauscht werden, diese Erfahrung habe ich auch selbst gesammelt und weiß auch, wie wichtig das Thema „Flurfunk“ und auch das „persönliche Gespräch an der Kaffeemaschine“ ist.